Werden Kinder benachteiligt, wenn sie noch kein Italienisch können?
Nein! Im Italienischunterricht werden keine Italienischkenntnisse vorausgesetzt – die Sprache wird vermittelt! Die „italienischen“ Kinder sprechen auch nicht alle Italienisch, da in vielen Familien Deutsch oder eine andere Sprache gesprochen wird. Die Kinder, die schon Italienisch sprechen können, werden zum Teil als „Experten“ für ihre Mitschüler eingesetzt (soziales Lernen) – die Schriftsprache ist aber auch für sie neu.
Ist ein familiärer Bezug nach Italien notwendig, um erfolgreich mitzumachen?
Nein. Die Teilnahme am bilingualen Unterricht ist für alle Kinder offen. Dennoch ist es natürlich schön für das Kind, wenn die italienische Sprache nicht nur in der Schule gehört wird und zum Beispiel bei einem Urlaub in Italien Anwendung findet.
Sind 25 bis 26 Unterrichtsstunden pro Woche in der ersten Klasse zu viel?
Nein! Denn zwei Stunden pro Tag werden in halber Klassenstärke unterrichtet, so dass die Kinder nur ca. drei Stunden am Tag im gesamten Klassenverband sind. Durch den Raumwechsel zum und vom Italienischraum ergibt sich eine zusätzliche natürliche Bewegungspause. Besonders im ersten Schuljahr ist der Unterricht zudem sehr spielerisch.
Wenn ein Kind bereits zwei Sprachen außer Italienisch spricht, kann es trotzdem noch Italienisch lernen?
Ja! Kinder im Grundschulalter lernen spielerisch auch noch eine weitere Sprache.
Welche Fächer werden genau auf Italienisch unterrichtet?
Der Italienischunterricht findet durchgängig in italienischer Sprache statt (Grundsatz: Ein Lehrer – eine Sprache). Der Sachunterricht ist zweisprachig.
Lernt ein Kind in der bilingualen Klasse genug Deutsch?
Ja! Da nur der Italienischunterricht durchgängig auf Italienisch erteilt wird und der Sachunterricht zweisprachig ist, werden alle anderen Fächer auf Deutsch unterrichtet – und dadurch, dass der Deutschunterricht in halber Klassenstärke erteilt wird, wird Deutsch sogar intensiver unterrichtet!
Gibt es Probleme durch die unterschiedlichen Schreibweisen des Deutschen und Italienischen?
Nein. Die Kinder lernen alle Buchstaben mit Hilfe einer zweisprachigen Anlauttabelle. Schwierige Buchstabenkombinationen werden spätestens im zweiten Schuljahr thematisiert.
Was passiert, wenn ein Kind in der bilingualen Klasse überfordert ist?
Diese Sorge vieler Eltern ist unbegründet. Die Kinder erleben das Lernen einer weiteren Sprache als Bereicherung und lernen mit Freude. In ganz vereinzelten Fällen macht jedoch ein Wechsel in die Regel-Parallelklasse Sinn. Dies ist problemlos möglich, da der Unterricht im Jahrgang bis auf einzelne Themen des Sachunterrichts parallel läuft.


